Sie sind am 31. Dezember eingeladen und überlegen noch, was Sie mitbringen? Silvester Geschenke sind meist klein. Sie kosten selten mehr als 10 bis 20 Euro, eine große Geste braucht es an diesem Abend nicht. Trotzdem steckt eine lange Tradition dahinter. Wer zum Jahreswechsel etwas schenkt, wünscht dem anderen Glück für das neue Jahr. Darum stehen Glücksbringer ganz vorn, dann folgen Mitbringsel für den Gastgeber und Dinge, die den Tisch schmücken. Wir haben die Fragen gesammelt, die rund um den Abend am häufigsten auftauchen.
Was bringt man zu einer Silvesterparty mit?
Am besten zweierlei: etwas für den Abend und etwas fürs neue Jahr. Gastgeber tragen an Silvester oft die meiste Arbeit. Bei Raclette oder einem Buffet für acht bis zehn Gäste stehen schnell zehn Teller und zehn Gläser auf dem Tisch, dazu kommt ein langer Einkaufszettel. Ein Mitbringsel, das diesen Abend ergänzt, ist deshalb natürlich willkommen.
Diese Mitbringsel sind beliebt und schnell besorgt:
- eine Flasche Sekt oder Winzersekt, für Gäste, die fahren oder nicht trinken, alkoholfreier Sekt oder ein guter Traubensaft
- selbst gebackene Kekse oder eine Neujahrsbrezel, wie sie im Südwesten Tradition hat
- ein Schraubglas mit selbst gemachtem Kräutersalz oder Chutney
- ein Bund Wunderkerzen, in Papier gewickelt und mit einem kurzen Neujahrsgruß versehen
- ein kleiner Glücksbringer für jeden Gast, zum Beispiel ein Kleeblatt im Töpfchen
Fragen Sie vorher kurz nach, was die Gastgeber brauchen. Viele planen das Essen genau und freuen sich mehr über die Nachspeise, die noch fehlt, als über die dritte Flasche Sekt. Beim Sekt sollten Sie übrigens auf den Preis achten: In jeder 0,75-Liter-Flasche stecken 1,02 Euro Schaumweinsteuer, sehr billige Flaschen sparen also fast nur am Inhalt.
Welche Glücksbringer schenkt man zu Silvester?
Die beliebten Klassiker haben sich seit Jahrzehnten kaum verändert. Glücksschwein und Kleeblatt stehen ganz oben, dazu kommen Hufeisen, Fliegenpilz und der Mann mit Zylinder und Leiter, den man in Österreich Rauchfangkehrer nennt. Klein und günstig ist der Glückscent, früher der Glückspfennig, den man gerne ins Portemonnaie steckt. Marzipanschweine erfreuen sich großer Beliebtheit, weil sie hübsch aussehen und natürlich auch schmecken.
Kleine Anhänger und Figuren gibt es in den Regalen mit Silvesterartikeln ab etwa 50 Cent. Größere Glücksbringer aus Porzellan kosten meist 5 bis 10 Euro, eine große Figur aus Glas auch mehr. Nachhaltiger schenken Sie mit Holz oder Ton statt Plastik. Solche Figuren lassen sich jedes Jahr wieder nutzen.
| Glücksbringer | Typisches Material | Preis grob | Passt gut für |
|---|---|---|---|
| Glücksschwein | Marzipan, Schokolade, Porzellan | ab etwa 1 Euro | jeden Gast, auch Kinder |
| Glücksklee | lebende Pflanze im Topf | 2 bis 5 Euro | Gastgeber, Pflanzenfreunde |
| Schornsteinfeger | Holz, Ton, Schokolade, oft als Stecker im Klee | ab etwa 50 Cent | Nachbarn, Kollegen |
| Hufeisen | Metall, Porzellan, Glas | 3 bis 10 Euro | neue Wohnung, Hauseinweihung |
| Glückscent | Münze auf einer Karte | 1 Cent plus Karte | Gruß im Brief, Tischkarte |
Der Glücksklee aus dem Supermarkt ist übrigens botanisch ein Sauerklee (Oxalis tetraphylla). Er hat von Natur aus vier Blättchen. An einem hellen, kühlen Platz und mit wenig Wasser hält er oft bis weit ins Frühjahr. Als Geschenk hat er damit einen Vorteil gegenüber Sekt und Süßem: Er steht noch auf der Fensterbank, wenn die Party längst vergessen ist.
Wunschnüsse: Glück zum Aufknacken
Sie suchen ein Mitbringsel, das nicht jeder Gast dabeihat? Dann ist eine Wunschnuss eine schöne Idee. Viele kennen das Motiv aus dem Märchenfilm „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“ von 1973. Dort steckt in jeder der drei Nüsse ein Gewand, mit dem Aschenbrödel am Ende ihr Glück findet. In der Wunschnuss liegt dagegen ein kleiner Zettel mit einem Wunsch wie Gesundheit, Zufriedenheit oder Wohlstand.
So basteln Sie die Nüsse selbst:
- Walnüsse mit einer Messerspitze an der Naht aufbrechen und die Hälften leeren
- den Wunsch auf einen schmalen Papierstreifen schreiben und eng aufrollen
- das Röllchen einlegen, beide Hälften mit Bastelkleber schließen und mit Goldfarbe bemalen
- einen Bindfaden um die Nuss knoten
Mit dem Faden hängen Sie die Nuss an den Hals der Sektflasche, die Sie ohnehin mitbringen. Passend zum Film dürfen es auch drei Nüsse mit drei verschiedenen Wünschen sein.
Woher kommen die Glücksbringer?
Die meisten Symbole sind sehr alt, ihre genaue Herkunft ist oft nicht sicher belegt. Ein paar Erklärungen halten sich trotzdem hartnäckig, und der Volksmund sagt zu jedem Symbol etwas:
- Glücksschwein: Wer ein Schwein besaß, musste im Winter nicht hungern. Das Tier stand deshalb für Wohlstand. Die Redensart „Schwein gehabt“ wird gern auf alte Wettkämpfe zurückgeführt, bei denen der Letzte ein Ferkel als Trostpreis bekam.
- Schornsteinfeger: Ein gekehrter Kamin zieht besser und fängt seltener Feuer. Wer den Kaminkehrer im Haus hatte, war also sicherer. Es heißt, die Kaminkehrer seien früher zum Jahreswechsel von Haus zu Haus gegangen und hätten mit ihren Neujahrswünschen auch gleich den Lohn abgeholt.
- Kleeblatt: Vierblättrige Exemplare entstehen beim Weißklee nur selten. Wer ein solches Kleeblatt findet, hat Glück im wörtlichen Sinn.
- Hufeisen: Eisen war lange teuer, ein gefundenes Hufeisen also bares Geld. Aufgehängt wird es meist mit der Öffnung nach oben, damit das Glück nicht herausfällt. In manchen Gegenden hängt man es genau andersherum.
- Fliegenpilz: Er ist giftig und trotzdem ein Glückssymbol. Warum, ist bis heute nicht geklärt.

Ein Brauch hat sich stark verändert: das Bleigießen. Seit März 2018 gelten in der EU strenge Grenzwerte für Blei in Verbraucherprodukten, klassische Bleigieß-Sets verschwanden deshalb aus den Regalen. Heute gießt man Wachs oder Zinn. Als Mitbringsel für eine Silvesterparty eignet sich so ein Set nach wie vor, weil es nach Mitternacht für Stimmung sorgt.
Kann man Glücksbringer selbst basteln?
Ja. Mit Tonpapier, Schere und Kleber geht das leichter als gedacht. Selbst gebastelte Glücksbringer haben einen persönlichen Charme, den gekaufte Figuren selten erreichen. Sie brauchen dafür wenig Material und etwa eine Stunde Zeit.
Ein paar Ideen zum Basteln:
- ein Kleeblatt aus grünem Tonpapier ausschneiden und als Tischkarte mit dem Namen des Gastes gestalten
- aus einer leeren Papprolle und rosa Farbe ein kleines Glücksschwein basteln, gefüllt mit Bonbons
- Glückskekse backen und eigene Wünsche für das neue Jahr hineinstecken
- Wunderkerzen mit bunt bedrucktem Papier umwickeln und mit einer Schleife binden
Bei den Motiven sollten Sie bei den beliebten Symbolen bleiben, dann versteht jeder Gast die liebe Geste sofort. Ausgefallene Motive wie Marienkäfer oder Sternschnuppen eignen sich eher für Leute, die Sie gut kennen. Bunt darf es dabei ruhig sein. Kinder basteln übrigens gern mit, und das Ergebnis sieht dann eben nach Handarbeit aus.
Was schenkt man dem Gastgeber an Silvester?
Der Gastgeber öffnet seine Wohnung für eine lange Nacht. Ein Dankeschön darf deshalb etwas persönlicher ausfallen als das übliche Mitbringsel, und viele Gäste geben dafür gerne ein paar Euro mehr aus. Gut eignen sich Sachen, die nach dem Abend im Haushalt bleiben:
- schöne Sektgläser oder Teller, passend zum Stil der Wohnung, Anregungen finden Sie bei unserem Beitrag über Designer-Geschirr als Hingucker in der Küche
- Servietten aus Leinen oder eine schöne Tischdecke in Creme oder Dunkelblau
- hochwertige Kerzen, etwa Stumpenkerzen aus Bienenwachs oder Raps
- Feinkost wie Olivenöl, Pralinen oder gute Schokolade, die als Geschenk oft besser ankommt als Blumen; mehr dazu in unserem Text Schokolade statt Blumen verschenken

Unsere Einschätzung: Ein durchdachtes Präsent für 15 Euro wirkt mehr als eine Flasche für 40 Euro ohne Bezug zum Gastgeber. Kennen Sie dessen Vorlieben, nutzen Sie das. Ein Hobbykoch freut sich über ein besonderes Gewürz. Bei Leuten, die oft Besuch haben, sind neue Gläser nie verkehrt. Gute Sektgläser kosten pro Stück etwa 8 bis 20 Euro, zwei davon sind schon ein schönes Geschenk.
Knapp wird es oft zwischen den Jahren. Viele Geschäfte schließen am 31. Dezember schon mittags. Wer noch etwas braucht, findet in unseren Last-Minute-Geschenken zu Weihnachten Ideen, die sich auch für Silvester eignen.
Wie dekoriert man den Tisch zum Jahreswechsel?
Festliche Dekoration zu Silvester darf glänzen. Überladen wirkt sie trotzdem schnell, darum reichen zwei Farben. Gold mit Dunkelblau ist der Klassiker, Silber mit Schwarz wirkt kühler. Eine einfarbige Tischdecke als Grundlage, darauf ein Läufer mit etwas Glitzer, und die Atmosphäre stimmt schon. Für eine ruhigere Atmosphäre nutzen Sie mehr Kerzen und weniger Gold.
So bauen Sie den Silvestertisch Schritt für Schritt:
- Tischdecke oder Läufer in einer Grundfarbe auslegen.
- Kerzen in Gruppen von drei oder fünf aufstellen, mit Abstand zu Servietten und Papier.
- Je Platz einen kleinen Glücksbringer an die Serviette binden. So wird die Dekoration zum Gastgeschenk.
- Konfetti aus Papier sparsam streuen, Plastik-Konfetti lieber weglassen. Konfetti in Gold und Silber wirkt auf dunklem Stoff besonders schön.
- Girlanden oder Lichterketten über dem Tisch aufhängen. Auf der Tafel liegen sie nur im Weg.
- Eine Uhr gut sichtbar platzieren, damit niemand Mitternacht verpasst.
Nachhaltig wird die Dekoration, wenn Sie sie im nächsten Jahr wieder verwenden können, und das gelingt mit stabilen Materialien leicht. Windlichter und Stoffservietten halten lange, festliche Girlanden aus Filz ebenfalls. Wunderkerzen gehören auf eine feuerfeste Unterlage und nicht in die Nähe von Servietten oder Girlanden aus Papier.
Darf man Feuerwerk verschenken?
Raketen als Mitbringsel sind eher die Ausnahme. Falls doch, sollten Sie die Regeln kennen. Kleinstfeuerwerk der Kategorie F1, also etwa Wunderkerzen und Knallerbsen, ist das ganze Jahr erhältlich. Raketen und Böller der Kategorie F2 dürfen an Verbraucher nur vom 29. bis 31. Dezember verkauft werden. Fällt einer dieser Tage auf einen Sonntag, beginnt der Verkauf am 28. Dezember.
Abbrennen dürfen Erwachsene ab 18 Jahren dieses Feuerwerk nur am 31. Dezember und 1. Januar. In unmittelbarer Nähe von Kirchen, Krankenhäusern, Kinder- und Altersheimen ist es verboten, so steht es in § 23 der Ersten Verordnung zum Sprengstoffgesetz. Viele Städte haben zusätzlich eigene Verbotszonen. Verschenken Sie Feuerwerk deshalb nur an Erwachsene und nur, wenn der Gastgeber das möchte. Tischfeuerwerk oder Wunderkerzen sind die entspanntere Wahl und sorgen am Tisch für genauso viel Stimmung.
Checkliste für Ihre Silvester Geschenke
- Gastgeber vorher fragen, was noch fehlt
- pro Gast einen kleinen Glücksbringer einplanen, meist 1 bis 5 Euro
- an alkoholfreie Getränke für Fahrer und Kinder denken
- etwas Bleibendes für den Gastgeber wählen: Gläser, Kerzen, Servietten
- Feuerwerk nur nach Absprache und nur an Erwachsene
- Einkäufe bis zum 30. Dezember erledigen
Und wenn doch etwas fehlt? Ein Glückscent auf einer handgeschriebenen Karte kostet fast nichts. Aufgehoben wird so eine Karte trotzdem oft jahrelang.

